Einkochtopf - Einkochautomat
Eingemachtes wie bei Oma
Es gibt eine große Auswahl von Einkochautomaten (Einkochtöpfe), die keine Wünsche offen lassen. Oft kann man sie auch als Glühweintopf verwenden. Manche haben dafür sogar einen Ablasshahn.
Die meisten Töpfe sind emailliert oder aus Edelstahl, haben einen Temperaturregler und Überhitzungsschutz. Das Fassungsvermögen beträgt bei den meisten Töpfen 27 Liter. Das reicht für 14 Einlitergläser. Die Preise bewegen sich zwischen 70 und 170 Euro.
Als Gläser verwendet man solche mit einem Twis – off- Verschluss. Gerade in den letzten Jahren ist das selber Einkochen wieder in Mode gekommen. Und es ist ein schönes Gefühl, in den Keller zu gehen und etwas selbst Eingewecktes zu holen. Es müssen ja nicht gerade Stachelbeeren sein.
Eingemachtes - Erinnerungen an früher
Sonntags, nach dem Mittagessen, sagte mein Vater manchmal: „Geh mal in den Keller und hole ein Glas Stachelbeeren rauf.“ Er wusste, dass ich keine Stachelbeeren mag. Einmal habe ich beobachtet, wie er meiner Mutter zuzwinkerte. Sie sagte dann: „Bringe bitte auch ein Glas Kirschen mit.“
Bei uns wurde viel eingeweckt. Meine Großmutter sprach aber immer von einkochen. Erst viel später habe ich erfahren, dass beide Namen einen Ursprung und eine Bedeutung haben. Ich hatte herausgefunden, dass das Einkochen auf Napoleons betreiben hin zurück zu führen ist. Er hatte nämlich 12000 Goldfrank ausgesetzt, wenn es jemanden gelänge, Lebensmittel haltbar zu machen. Er wollte seine Truppen auf seinen Feldzügen besser versorgen können. Den Preis gewann 1810 ein französischer Koch. Er hatte entdeckt, dass Lebensmittel durch erhitzen auf 100°C in geschlossenen Behältern haltbar wurden. Weil sich das Gewicht durch das Erhitzen reduzierte und das Kochgut dicker wurde, sprach man von einkochen.
Aber kommen wir zurück zum Sonntag und den Stachelbeeren. Wir hatten einen relativ großen Keller. An einer Wand waren Regale, auf denen nur Eingewecktes stand. Erst kamen die verschiedenen Marmeladen. Marmeladen aus Beeren Früchten, die wir im Garten hatten und aus Beeren, die wir als Kinder sammeln mussten. Dazu gehörten Holunderbeeren. Blaubeeren und Brombeeren. Dann kam das Obst. Pflaumen, Kirschen, Birnen und Apfelmus. Danach Gläser mit Gurken und Kürbis. Anschließend das Gemüse. Möhren, Bohnen, Erbsen, Rotkohl, Salzbohnen, Rote Beete und Kohlrabi. Den Abschluss bildeten das Fleisch und die Wurst. Wir waren eine sechsköpfige Familie. Da braucht man einiges. Deshalb hatten wir auch Gläser in verschiedenen Größen. Die kleinsten Gläser fassten einen ½ Liter, die größten 2 Liter.
Das Einkochen erstreckte sich immer über mehrere Wochen. Und es war viel Arbeit. Ich erinnere mich noch an den alten Einkochtopf. Er war aus verzinktem Eisen. Der Deckel hatte oben ein Loch, in das man ein Thermometer einführen konnte. Im Topf selbst befand sich ein Einsatz, auf dem jeweils 5 Gläser gestellt wurden.
Bevor meine Mutter die Gläser in sehr heißem Wasser spülte, strich sie mit dem Zeigefinger jeden Rand ab. Es durften nicht die geringsten Abplatzungen vorhanden sein, denn dann war das Glas wertlos. Es konnte zum Einkochen nicht mehr benutzt werden. Auch die Gummiringe lagen in fast kochendem Wasser.
Nach dem Einkochen wurden die Gläser vorsichtig aus dem Einkochtopf herausgenommen, auf ein Handtuch gestellt und mit einem Handtuch abgedeckt, weil die Gläser keine Zugluft vertragen. Erst wenn die Gläser abgekühlt waren, wurden die Klammern, die den Deckel hielten, entfernt.
Heute ist das Einkochen um Vieles einfacher geworden.